Bruno Taut Zitate

 

«Wie die Räume ohne den Menschen aussehen ist unwichtig, wichtig ist nur, wie die Menschen darin aussehen.»

1votes

1916
überprüft √ 

«Der Orient ist die wahre Mutter Europas, und unsere schlummernde Sehnsucht geht immer dorthin. [Reiseeindrücke aus Konstantinopel]»

Quellenangabe:Manfred Speidel:Bruno Taut. Ex oriente Lux,Die Wirklichkeit einer Idee,erschienen im Gebrüder Mann Verlag,2007, Seite 73

1919
überprüft √ 

«Neben die großartigen Pagoden baute der Inder, oft in allernächster Nähe, Wohnhütten von einer geradezu rührenden Bescheidenheit, und doch oder gerade deshalb schön in dieser Bescheidenheit.»

Quellenangabe:Manfred Speidel:Bruno Taut. Ex oriente Lux,Die Wirklichkeit einer Idee,erschienen im Gebrüder Mann Verlag,2007, Seite 99

1919
überprüft √ 

«... doch vor Indien! Beugt euch in Demut nieder ihr Europäer!»

Quellenangabe:Manfred Speidel:Bruno Taut. Ex oriente Lux,Die Wirklichkeit einer Idee,erschienen im Gebrüder Mann Verlag,2007, Seite 103

1933
überprüft √ 

«Ich weiß wohl, daß die Erfahrungen sich bei so großen Entfernungen, wie zwischen Berlin und Kyoto oder Tokyo und bei so verschiedenartigen klimatischen und sonstigen Voraussetzungen nicht unmittelbar übertragen lassen. Man wird sich in die besonderen Verhältnisse des Landes erst gründlich vertiefen müssen, um falsche Ratschläge zu vermeiden.»

Quellenangabe:Bruno Taut:Ich liebe die japanische Kultur!,erschienen im Gebrüder Mann Verlag,2003, Seite 47

1933
überprüft √ 

«Was ist nun das Ergebnis solcher Betrachtungen? Übernehmen kann man unmittelbar nichts aus dem japanischen Hause, ebenso wenig aber auch die Japaner vom europäischen, so wenig wie man den Fuji in seiner Naturform, die ebenso gut die Kunstform eines Berges genannt werden kann, in die Alpen und umgekehrt einen Alpenberg nach Japan versetzen könnte, der hier nur eine groteske Formlosigkeit sein würde. Man kann höchstens daraus lernen, daß alles, was sich an Gewohnheiten und Sitten bildet, im Einklang mit dem Lande und seinem Klima stehen muß. ... Die oberflächliche Begeisterung für das Fremde an sich war bisher vielleicht die größte Schwäche der weißen Rasse und speziell der Deutschen (...). An die Stelle der Begeisterung tritt besser die verstehende Liebe. Sie ist imstande, die äußerliche Nachahmung zu vermeiden, weil die Hochschätzung des Andersgearteten sie daran hindert.»

Quellenangabe:Bruno Taut:Ich liebe die japanische Kultur!,erschienen im Gebrüder Mann Verlag,2003, Seite 64

1929
überprüft √ 

«(Die normalen Reisenden) beurteilen ein fremdes Land nicht nur unter dem Gesichtspunkt ihres eigenen, sondern richten oft, ohne zu sehen, auch wenn sie nie da waren. Sie urteilen nach zufälligen Erlebnissen und stellen danach fest, was besser oder schlechter ist, oder – was bei Intellektuellen ebenso häufig wie gefährlich ist – sie legen an das fremde nicht bloß den Maßstab ihres eigenen Landes, sondern auch den ihrer Profession, die zudem noch den Einfluß ganz bestimmter Tendenzen unterliegt. Subjektive Vorliebe und Abneigung gegen dieses oder jenes Land ist die Folge; doch das ist noch harmlos gegenüber der Meinung, man könnte durch Reisen die Höchstleistungen anderer Länder sozusagen mit den Händen erfassen und sie in das eigene Land verpflanzen. Diese Vorstellung, alle Höchstleistungen der Welt an einer Stelle und in einem Lande ansammeln zu können, gehört in das Gebiet der Hypertrophie. Das Verstehen der Länder untereinander ist gewiß eine schöne Sache; sie steht aber weit vor jenen Höchstleistungen, und die Absicht, diese Optima zu übernehmen, ist nicht eine Förderung, sondern ein großes Hindernis zum Verständnis unter den Völkern»

Quellenangabe:Bruno Taut:Die neue Baukunst in Europa und Amerika,1979, Seite 64

1929
überprüft √ 

«Wir wollen nicht, daß die Erde langweiliger wird. Wir wünschen, daß es interessant und freudeerregend sein möchte, die neuen Bauten eines fernen Landes ebenso der benachbarten Länder und der Bezirke des eigenen Landes zu sehen»

Quellenangabe:Bruno Taut:Die neue Baukunst in Europa und Amerika,1979, Seite 67

1933
überprüft √ 

«Worin liegt aber der Inhalt des Wortes Kultur? Darin, daß alle Erscheinungen des Lebens zu einem harmonischen Ganzen verbunden werden.»

Quellenangabe:Bruno Taut:Ich liebe die japanische Kultur!,erschienen im Gebrüder Mann Verlag,2003, Seite 77

1919
überprüft √ 

«Es gibt ein Wort, dem arm und reich folgt, das überall nachklingt und das gleichsam ein Christentum in neuer Form verheißt: der soziale Gedanke. Das Gefühl, irgendwie an dem Wohl der Menschheit mithelfen zu müssen, irgendwie für sich und damit auch für andere sein Seelenheil zu erringen und sich eins, solidarisch mit allen Menschen zu fühlen, - es lebt, wenigstens schlummert es in allen. Der Sozialismus im unpolitischen, überpolitischen Sinne, fern von jeder Herrschaftsform als die einfache schlichte Beziehung der Menschen zu einander, schreitet über die Kluft der sich befehdenden Stände und Nationen hinweg und verbindet den Menschen mit dem Menschen. - Wenn etwas heute die Stadt bekrönen kann; so ist es zunächst der Ausdruck dieses Gedankens.»

Quellenangabe:Bruno Taut:Die Stadtkrone,erschienen im Gebrüder Mann Verlag,2002, Seite 59

1919
überprüft √ 

«Mancher wähnt, daß der soziale Gedanke nur eine Zeiterscheinung sei, die der Steigerung der Individualität entgegengesetzt ist. Wenn wir uns sehnen allein zu sein, so ist es oft nur der heimliche Wunsch, in ungetrübter Gemeinschaft mit uns selbst oder noch lieber anders mit anderen zu sein. Die private verheimlichte Ichheit mit dem öffentlichen Geiste zu verknüpfen, die »neue Gemeinsamkeit der Seelen« zu fördern, der Sehnsucht zu genügen, »noch einmal anzufangen, ganz wo anders anzufangen und nicht mehr so allein zu sein«, ist oft versucht worden, im Kriege noch von modern-liberaler Seite. Und die »Aktivisten«, die jungstürmenden Verkünder des »tätigen Geistes« behaupten, daß sie Politiker.....nicht »gegen den Staat«, aber für einen andersartigen sind. Jedes Gemeinschaftsleben fußt auf einem , sozialen Gebilde, dessen höhere Entwicklung auch höhere Stufen der Gemeinsamkeit im einzelnen wie im allgemeinen zeitigt.»

Quellenangabe:Bruno Taut:Die Stadtkrone,erschienen im Gebrüder Mann Verlag,2002, Seite 101

 
überprüft √ 

«Wir müssen die Farbe als absolut gleichberechtigt neben der Form anerkennen.Fa»

Quellenangabe:Bruno Taut 1880 - 1938,1991, Seite 144

Nach oben