Markus Lüpertz Zitate

 
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«Gott ist für mich als Katholik die Projektion alles Guten, alles Wissens. Alles, was wir uns zusammengetragen haben an Sein, bis hin zu den wunderbaren Geschichten in der Bibel. Deswegen ist die Religion wichtig, weil sie den Glauben verlangt an Ideale, Ungereimtheiten, Unglaubwürdiges. An diesen großen Traum zu glauben, so unrealistisch er ist, finde ich wunderbar. […] Schauen Sie sich doch nur die Kirche an, allein die Deckengemälde, die Mosaiken, die Glasfenster. Die katholische Kirche ist für mich die bildnerisch Aufregendste. Das Hausgemachte, das Eingemachte, das Selbsterfundene, das Selbstbetriebene ist die katholische Kirche, und die Menschen waren bereit, daran zu glauben. Jetzt haben wir das Gegenteil […]»

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Quellenangabe:Interview in: Die Zeit, Nr. 26, 2006

2009
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«Es gibt keine bildende Kunst, die nicht irgendwann einmal in einem Tempel zuhause war. Jeder Säulenstumpf ist der Anfang eines Baumes von Munch, und der wiederum der Arm bei Beckmann.»

Quellenangabe:Zitiert nach der Pressemappe der Bundeskunsthalle zur Retrospektive

2009
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«Der Inhalt ist ein Kommunikationsproblem, dem der Künstler versucht zu entgehen, denn der Betrachter muss den Inhalt des Bildes in sich selber tragen und erfinden. Der Künstler erzeugt lediglich den Defekt, die Wunde, die Krise, aus denen sich die Frage des Inhalts nachgebiert. Der Inhalt, ist er irgendwo erklärt, ist Kompromiss und nicht vom Künstler selbst verantwortet. Er ist aber als Lüge und als Mittel verfügbar und als Leimrute möglich.»

Quellenangabe:Zitiert nach der Pressemappe der Bundeskunsthalle zur Retrospektive

2009
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«Die Anmut des 20. Jahrhunderts wird durch die von mir erfundene Dithyrambe sichtbar gemacht. Der Farbe keine Chance einräumen zu vertuschen, sich in den Vordergrund zu schieben oder Sand in die Augen zu streuen. Nichts darf vertuscht werden, alles soll sichtbar bleiben, die Ehrlichkeit ist gefordert. Die schöne Farbe ist gefährlich, da sie hilft.»

Quellenangabe:Zitiert nach der Pressemappe der Bundeskunsthalle zur Retrospektive

2006
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«Man schaut in den Spiegel und prüft ein paar Dinge: In welcher Familie stecke ich drin, inwieweit bin ich von diesen Geschichten abhängig, bin ich abhängig von dem, was der Vater war, wurde ich geliebt oder nicht geliebt? Man registriert ein paar Verletzungen und auch das Glück, auch die guten Sachen. Und dann beschließt man, unabhängig zu sein, damit fängt es an. Man schließt einen Pakt mit sich selbst: Man will nicht mehr hässlich sein, man will nicht mehr dick sein, man will nicht mehr dumm sein, man will nicht mehr der Junge sein, der wenig Geld hatte. Man erfindet Vorteile selbst. So entschloss ich mich, ein schöner Mann zu sein und ein Genie. Ich trainierte meinen Körper und meinen Geist. Ich musste mir alles selbst erobern, die Entscheidungen eines freien Geistes.»

Quellenangabe:Interview in: Die Zeit, Nr. 26, 2006

 

«Mich haben immer Oberflächen - sagen wir - Synonyme für irgend etwas interessiert... Mich hat also die Realität nie interessiert. Ich habe meine Expressivität in die Malerei eingebracht und eine ganz spezielle Phantasie zur Anschauung gebracht. Ich bemühe mich um eine inhaltslose, kalte Malerei.»

 

«Ein Künstler, der viel Geld für seine Bilder bekommt, muß nicht unbedingt schlecht sein.»

 

«Kunst ist, was man nicht begreift.»

 
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«Ich habe mich entschieden, ein schöner Mann zu sein.»

Quellenangabe:Auf die Frage "wie alles angefangen hat"

über Julian Schnabel
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«Talent, zum Beispiel, hat Schnabel nicht, nur – und das ist ein neues Wort für Begabung – Effizienz. Es gibt kein kleines Bild, keine kleinen Arbeiten, auch nichts besonders Großes, nur Schweres. Amerikas Kunst ist schwer. Die Malerei ist hier gestorben. Trotzdem darf man die Wirkung dieser Machtwerke nicht unterschätzen. Ihre hohe dekorative Selbstverständlichkeit ist nur eine Antwort auf die Beliebigkeit des Betrachters.»

Quellenangabe:Peter Dittmar:Künstler beschimpfen Künstler,erschienen im Reclam Verlag,2008, Seite 133

über Marcel Duchamp
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«Avantgardismus führt automatisch zu Dilettantismus. Nehmen Sie Marcel Duchamp, ein sehr mittelmäßiger Maler. Aber er hatte eine Idee, und er hatte Fortune. Er wußte einfach, wie man die Kunst durch Provokation an ihr Ende führt.»

Quellenangabe:Peter Dittmar:Künstler beschimpfen Künstler,erschienen im Reclam Verlag,2008, Seite 44

über Georg Baselitz
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«Nehmen wir Baselitz. Ich habe ihm mal gesagt: Georg, du bist der größte lebende Maler, den ich kenne. Aber das Genie bin ich.»

Quellenangabe:Peter Dittmar:Künstler beschimpfen Künstler,erschienen im Reclam Verlag,2008

 
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«Es fing 1962 an mit den ersten Bildern wie der Mickey Mouse-Serie, die noch jene aus dem Tachismus sich entwickelnde, ungebrochene Farbigkeit hatten. Sie setzten sich mit ihrer Zeit auseinander, indem sie Farbigkeit, Wiederholbarkeit und Banalität von Comics übernahmen. Damit waren sie kein vom Intellekt gesteuertes Informel, sondern sie spielten mit der Vordergründigkeit der Comics. […] Diese Bilder sprachen durch Kontraste und wandten sich gegen jede Form von Dreidimensionalität.»

Quellenangabe:Zitiert nach der Pressemappe der Bundeskunsthalle zur Retrospektive

 

«Ein Künstler, der lacht, ist in Deutschland ein Problem.»

 

«Lobt ein Maler den anderen grundlos, so findet er ihn furchtbar.»

 

«Alles was wir über Gott wissen, wissen wir durch die Kunst.»

 
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«Soso, wenn man die Natur einer Sache durchschaut hat...»

Quellenangabe:Lüpertz über Konzeptkunst

 

«Schüler ausbilden? Ich zieh mir doch nicht meine eigene Konkurrenz heran.»

 

«Die aktuelle Documenta lädt einen Koch ein. Da muss man doch fragen: Was ist das? Was passiert da? Und dann muss man feststellen: Das sind Dinge, die sich im künstlerischen Raum aufhalten, aber die doch eigentlich ungeschriebene Texte, ungeschriebene Bücher sind. Das sind riesige Jahrmärkte von Kreativität. Diese Kreativität ist eine Randerscheinung der Demokratie. Wenn nun jeder kreativ wird, weil jeder entdeckt hat, dass durch Kreativität eine Selbstverwirklichung stattfindet, dann haben wir einen riesigen Boom von Kreativität. Nur hat Kreativität mit bildender Kunst nun wirklich nichts zu tun. Sondern das ist, wie soll ich sagen, in der Demokratie ein Recht des Bürgers auf Selbstverwirklichung.»

über Pablo Picasso
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«Sogar Picasso hat sich aller Dinge bedient. Er hat im 19. Jahrhundert geaast, und er hat bis Lukas Cranach hin geaast. Er hat sich umgesehen, wo er was herkriegen konnte.»

Quellenangabe:Peter Dittmar:Künstler beschimpfen Künstler,erschienen im Reclam Verlag,2008, Seite 113

über Aristide Maillol
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«Maillol ist für mich eine ganz wichtige Figur in seiner völligen, totalen, unendlichen Schwere und Langeweile, die ich fast als göttliche empfinde.»

Quellenangabe:Peter Dittmar:Künstler beschimpfen Künstler,erschienen im Reclam Verlag,2008

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