«Kippenberger war (...) zu Lebzeiten wirklich umstritten. Die Presse, jedenfalls das so genannte Feuilleton, schrieb kein einziges freundliches Wort, die Museen ignorierten ihn. Das distinguierte Kunstpublikum ließ sich - ja, ich muss das schreckliche Wort hier benutzen - »provozieren«, die Szene war von seinen sexistischen Witzen genervt und selbst die, die ihn trotz allem immer wieder verteidigten, versuchten die endlosen Performances auf den Eröffnungsparties zu schwänzen. All das ist wie weggeblasen: Nach seinem Tod wollen ihn alle Museen, das Feuilleton schreibt kein unfreundliches Wort mehr. Und auch eine neue Interpretation setzt ein, die aus dem »Der konnte ja malen« schließlich den Ahnen der neuen deutschen Malerei und all ihrer - vor allem - biederen Rückkehrmanöver zu einer Kunst der klaren Arbeitsteilung zwischen den wieder ganz unbezweifelten Institutionen des Kunstbetriebs gemacht hat. (...) Als Kippenberger anfing, öffentlich zu agieren, war nicht klar, dass allein die Kunstszene sein bevorzugtes Milieu sein würde. Im Berlin, Paris und Hamburg der späten 70er, frühen 80er wechselte er zwischen theatralen Performances und der Welt des Punk-Rock und spielte in mehreren Spielfilmen mit.»
Quellenangabe: Der kann ja auch malen!, TAz