Otl Aicher Zitate

 
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«[Gestaltung] ist ein Vorgang, der mehr mit Erfindung zu tun hat als mit Ermittlung.»

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Quellenangabe:Otl Aicher:die welt als entwurf,erschienen im Ernst & Sohn Verlag,1991

 
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«Die meisten Menschen haben nur einen Job, aber keine Arbeit mehr. Und von dem, der arbeitet, ist noch lange nicht gesagt, dass er etwas macht. Machen ist ein selbst zu verantwortendes Tun, an dem jemand mit Konzept, Entwurf, Ausführung und Überprüfung beteiligt ist. Das, was er macht, steht unter seiner Kontrolle und Verantwortung und ist Teil seiner selbst. Machen ist die Verlängerung des Ich in die selbstorganisierte Welt hinaus. Im Machen erfüllt sich die Person. Und dies in dem Maße, als ein eigenes Konzept, ein eigener Entwurf beteiligt ist und in einer ständigen Rückkoppelung aus dem Machen Erkenntnisse gewonnen werden für die Korrektur von Konzept und Entwurf. Nur das schöpferische Machen ist wirkliche Arbeit, ist Entfaltung der Person. Der Entwurf ist das Signum der Kreativität, durch ihn wird Aktivismus und Job erst human. Eine humane Welt setzt eine Arbeit und ein Machen voraus, die durch den Entwurf gekennzeichnet sind, weil im Entwurf das Motiv der Person erscheint.»

Quellenangabe:Otl Aicher:die welt als entwurf,erschienen im Ernst & Sohn Verlag,1991, Seite 190

 
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«[...] je dreckiger es zugeht, umso mehr wird von hoher warte verkündet, wir müssen verantwortung übernehmen [...] in wirklichkeit ist es ein alibi vor dem, was man wirklich tut, nämlich den profiten nachgehen.»

Quellenangabe:Otl Aicher:analog und digital,erschienen im Ernst & Sohn Verlag,1991

 
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«Die Technik mag auf extreme Genauigkeit angewiesen sein, der Mensch braucht Augenmaß. Seine Existenz, seine Subjektivität und seine Person baut sich auf Wertungen auf. er ist nicht mehr das eingepaßte Naturwesen, sondern ein Kulturwesen mit der Bestimmung zur kritischen alternative: im Vergleich, im Vergleich mit Traditionen, im Vergleich mit anderen Systemen, im Vergleich mit anderen Menschen bezieht er seine Position. Er ist ein analoges, kein digitales Wesen.»

Quellenangabe:Otl Aicher:analog und digital,erschienen im Ernst & Sohn Verlag,1991

 
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«Wer es mit Kommunikation zu tun hat muß auf Kunst verzichten.»

Quellenangabe:Otl Aicher:analog und digital,erschienen im Ernst & Sohn Verlag,1991

 

«wir betrachten in unserem Selbstverständnis unser denken als angeboren, als Naturzustand. in Wirklichkeit ist unser denken ein Produkt der Erziehung und der Kultur in der wir leben. wir denken so wie die zeit es uns lehrt.»

 

«Typographie ist nichts anderes als die Kunst, jeweils herauszufinden, was das Auge mag, und Informationen so schmackhaft anzubieten, daß es ihnen nicht widerstehen kann.»

99
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«auch schriften, nicht nur sprachen, haben ihre rhetorischen formen, ihren ausdruck: hier gilt es allerdings zu unterscheiden. es ist etwas anders, ob eine schrift einen inhalt wiedergeben will, oder ob sie unterschiedliche artikulationen zum ausdruck bringen will.»

Quellenangabe:Otl Aicher:Typographie,erschienen im Ernst & Sohn Verlag,1988

 
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«die typografen des humanismus […] betatschten […] sich an der majestät, mit der das große O dasteht und das große A sich spreizt. sie degenerierten die schrift zur erscheinung, zum auftritt, wie es dem bedarf des neu entdeckten und von machiavelli beschriebenen absolutismus entsprach. sie pflegten eine neue schreibweise, die nicht mehr zuerst der mitteilung dienen sollte, sondern der verkündigung. die schrift diente der prachtenentfaltung, dem staat, der auch das mittel der repräsentation in seine herrschaftstechnik einbezog, wie das alte rom.»

Quellenangabe:Otl Aicher:Typographie,erschienen im Ernst & Sohn Verlag,1988, Seite 57

 
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«nein, die rhetorische form kann nicht vom inhalt ableiten. denn schrift ist wie sprache nicht dazu da, inhalte in visuellen ausdruck, in stil, zu verwandeln, sondern verständlich zu sein. […] das beste mittel, typografie und schrift nach ihrer rhetorischen qualiät zu bewerten, ist die methode, sich auszumalen, wie das vorliegende schriftbild klingen würde. man übersetze die visuelle rhetorik zurück in die verbale. meistens muss man nach den mitteln eines zelebrierten hochamtes oder einer oper greifen, um eine adäquate fassung zu gewinnen. die typografie der klar gesprochenen sprache ist rar.»

Quellenangabe:Otl Aicher:Typographie,erschienen im Ernst & Sohn Verlag,1988, Seite 99

 
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«der typograph hat sich aus der technik zurückzuziehen und auf sich selbst zu beschränken, er muß definieren, wie er selbst liest und wie er selbst glaubt, einen lesestoff zur besten lesbarkeit zu optimieren.»

Quellenangabe:Otl Aicher - Gestalter und Denker

über Aldo Rossi
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«inzwischen gibt es auch den krug, mit dem höchsten anspruch an ästhetik, der aber gleichzeitig nicht mehr zum einschenken taugt. er stammt von aldo rossi und müßte deshalb die form eines Turmhelms haben, mit einem fähnchen drauf. ganz so ist er nicht, aber ziemlich ähnlich. er besteht aus einem kegel- förmigen behälter, der im schnitt ein gleichseitiges dreieck bildet, an den ein griff, eine horizontale und eine vertikale bildend, angepunktet ist. der kegel ist oben durchschnitten, der obere teil bil- det den deckel. statt eines fähnchens sitzt auf der spitze eine kleine kugel, besser zum anfassen.
das ding ist wunderschön, aber bar jeder gebrauchsfähigkeit. in einem zeit- alter der repräsentativen existenz, das wissen wir, wird natürlich das ästhetische zum selbstzweck. nach dem gebrauch zu fragen, ist fast unanständig. nichts eignet sich zur selbstdarstellung heute besser als das erscheinungsbild, die ästhetische form. in der ästhetik er- scheint das ding an sich.
dieser krug von aldo rossi ist der krügste krug von allen krügen, er ist der krug an sich. nur kann man mit ihm nicht mehr einschenken. einen zylindrischen krug muß man um 90° neigen, um ihn ganz zu leeren. und schon dabei macht die hand eine bewegung, die schon nicht mehr aus dem handgelenk zu machen ist, man muss auch den ellenbogen an- heben. bei dem krug von rossi müßte man sogar aufstehen und über die schulter anheben, um die 120° neigung zu erreichen, die man mindestens haben muß, um ihn zu leeren […]»

Quellenangabe:der nicht mehr brauchbare gebrauchsgegenstand

1975
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«es entsteht das ulmer modell: ein auf technik und wissenschaft abgestütztes modell des design. der designer nicht mehr übergeordneter künstler, sondern gleichwertiger partner im entscheidungsprozess der industriellen produktion.»

Quellenangabe:die hochschule für gestaltung. neun stufen ihrer entwicklung (archithese 15, S. 12)

1962

«design erweist sich in der einzelentscheidung, am einzelnen objekt, nicht in der wahrheitsfindung»

 

«… ein wirklich gutes Produkt zeigt sich so, wie es ist.»

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