«Nach der Natur zu malen, heißt nicht, das Vorgegebene zu kopieren, es heißt, die eigenen Sinneseindrücke zu realisieren.»
Paul Cézanne Zitate
«Der Geschmack ist der beste Richter. Er ist selten. Die Kunst wendet sich nur an eine äußerst beschränkte Zahl von Individuen.»
«Der Beifall der anderen ist ein Ansporn, vor dem man sich manchmal besser hütet. Das Gefühl der eigenen Stärke macht bescheiden.»
«Zum Teufel! Wenn man ein Bild verpatzt hat, schmeißt man es ins Feuer und fängt ein neues an.»
«Man muß nur ersichtlich dahin kommen, daß man ganz aus sich selbst heraus fühlt und sich hinlänglich ausdrückt.»
«Gauguin war kein Maler, er hat nur Chinoiserien gemacht.»
Quellenangabe:Peter Dittmar:Künstler beschimpfen Künstler,erschienen im Reclam Verlag,2008
«Ein Kerl kann nicht die Reflexe des Wassers unter den Blättern wiedergeben, da klebt er eine Najade dran. "Die Quelle" von Ingres! Was hat das mit dem Wasser zu tun?"»
Quellenangabe:Peter Dittmar:Künstler beschimpfen Künstler,erschienen im Reclam Verlag,2008
«Manet spuckt den Farbton aus.»
Quellenangabe:Peter Dittmar:Künstler beschimpfen Künstler,erschienen im Reclam Verlag,2008
«Pissaro ist ein Bauer.»
Quellenangabe:Peter Dittmar:Künstler beschimpfen Künstler,erschienen im Reclam Verlag,2008
«Renoir ist geschickt. Pissaro ist ein Bauer. Renoir ist ein Porzellanmaler gewesen. Daher ist ihm etwas Perlmutterhaftes geblieben.»
Quellenangabe:Peter Dittmar:Künstler beschimpfen Künstler,erschienen im Reclam Verlag,2008
«Man muß die Natur nicht reproduzieren, sondern präsentieren, durch was? Durch gestaltende farbige Äquivalente. [...] Die Kunst ist eine Harmonie parallel zur Natur.»
«Die Natur ist immer dieselbe, aber von ihrer sichtbaren Erscheinung bleibt nichts bestehen. Unsere Kunst muss ihr das Erhabene der Dauer geben, mit den Elementen und der Erscheinung all ihrer Veränderungen. Die Kunst muss ihr in unserer Vorstellung Ewigkeit verleihen. Was ist hinter der Natur? Nichts vielleicht. Vielleicht alles.»
«Zeichnung und Farbe sind überhaupt nichts Getrenntes; in demselben Maß, wie man malt, zeichnet man; je harmonischer sich die Farbgebung ordnet, um so präziser gerät die Zeichnung. Wenn die Farbe ihren ganzen Reichtum zeigt, zeigt die Form die ganze Fülle. Die Kontraste und die Beziehungen der Farbtöne, das ist das ganze Geheimnis von Zeichnung und Modellierung.»
«Ein Maurermeister. Ein wüster Gipskneter. Ein Farbenstampfer.»
Quellenangabe:Peter Dittmar:Künstler beschimpfen Künstler,erschienen im Reclam Verlag,2008, Seite 37
«Der Mensch soll nicht anwesend sein.»
«Der Künstler ist nur ein Aufnahmeorgan, ein Registrierapparat für Sinnesempfindungen, aber, weiß Gott, ein guter, empfindlicher, komplizierter, besonders im Vergleich zu den anderen Menschen. Aber wenn er dazwischenkommt, wenn er es wagt, der Erbärmliche, sich willentlich einzumischen in den Übersetzungsvorgang, dann bringt er nur seine Bedeutungslosigkeit hinein, das Werk wird minderwertig.»
«Wir dürfen uns [...] nicht damit zufrieden geben, die schönen Formeln unserer erlauchten Vorgänger beizubehalten. Machen wir uns doch frei davon und studieren wir die schöne Natur, versuchen wir ihren Geist herauszuheben, suchen wir uns doch so auszudrücken, wie es unserem persönlichen Temperament entspricht. Im übrigen, auch die Zeit und das Nachdenken verändern so nach und nach unser Sehen, und am Ende finden wir zum Verständnis.»
«Lesen wir doch in der Natur; realisieren wir doch unsere Sinneseindrücke in einer ebenso persönlichen wie zugleich traditionellen Ästhetik. Der Stärkste wird derjenige sein, der am tiefsten geblickt hat und der dabei voll und ganz realisiert, so wie die großen Venezianer.»
«Zwei Dinge hat der Maler: das Auge und den Verstand, beide sollten einander unterstützen, und man muß an ihrer wechselseitigen Herausbildung arbeiten; beim Auge durch die Anschauung der Natur, beim Verstand durch die Logik organisierter Sinneseindrücke, welche die Ausdrucksmittel hervorbringt.»
«Die Natur zu lesen, heißt sie durch den Schleier der Übersetzung in Farbflecke wahrzunehmen, die gemäß einem Gesetz der Harmonie aufeinander folgen. Diese Hauptfarbtöne werden somit durch Modulationen aufgegliedert. Malen heißt die eigenen Farbeindrücke zu protokollieren.»
«Es gibt keine Linie, keine Modellierung, es gibt nur Kontraste. Aber nicht Schwarz und Weiß sind es, die jene Kontraste hervorbringen, es ist die Farbempfindung. Aus der strengen Zusammenordnung der Farbtöne entspringt die Modellierung. Wenn sie harmonisch nebeneinandergesetzt wurden und alle vorhanden sind, dann modelliert sich das Bild von ganz allein.»
«Der Schatten ist eine Farbe wie das Licht, nur nicht so leuchtend; Licht und Schatten sind nur eine Beziehung zwischen zwei Farbtönen.»
«Der Effekt begründet das Bild, er macht es zu einem Ganzen und schließt es zusammen; er muß auf der Existenz eines dominierenden Farbflecks zur Geltung gebracht werden.»
«Innerhalb seiner Kunst muß man Arbeiter sein. Muß früh Bescheid wissen über sein Verfahren der realisation. Muß Maler sein entsprechend den Eigenheiten der Malerei selber. Muß sich grober Materialien bedienen.»
«In unserem Zeitalter gibt es keine echten Maler mehr. Monet hat eine Sehweise hervorgebracht. Renoir hat die Pariserin dargestellt. Pissarro kam der Natur sehr nah. Was danach kommt, zählt nicht, weil es bloß aus Witzbolden besteht, die nichts empfinden, die akrobatische Kunststücke vormachen... Delacroix, Courbet, Manet haben Bilder gemacht.»
«Arbeiten, ohne sich um irgendwen zu scheren, und stark werden, das ist das Ziel des Künstlers; alles übrige ist noch weniger wert als das berühmte Wort von Cambronne [Scheiss]»
«Auch mit einem kleinen Temperament kann man ein ausgesprochener Maler sein. Man kann gute Sachen zustande bringen, ohne ein ausgesprochener Harmonist oder Kolorist zu sein. Es genügt, einen künstlerischen Nerv zu haben - und genau dieser Nerv ist ohne Zweifel dem Spießer ein Greuel. So daß all die Institute, Leibrenten, Ehrungen nur für die Blödiane, Witzbolde und Schlawiner erfunden sein können. Lassen Sie die Kunstkritik, malen Sie lieber. Dort liegt das Heil.»
«Couture sagte zu seinen Schülern: Sorgt für anständigen Umgang; das heißt: Geht in den Louvre. Doch nachdem man die großen Meister gesehen hat, die da drin sind, heißt es schleunigst wieder hinauszugehen und, im Kontakt mit der Natur, in uns selbst die Kunstantriebe, die Kunstempfindungen, die in uns stecken, zum Leben zu bringen.»
«In Kunstsachen habe ich nichts zu verbergen. Allein die uranfängliche Kraft, das ist das Temperament, kann einen an das Ziel bringen, das es zu erreichen gilt.»
«Ich muß nur immerzu arbeiten, freilich nicht, um zu jener Vollendung zu gelangen, die bei den Schwachköpfen Gegenstand der Bewunderung ist. - Denn all dieses Zeug, das man für gewöhnlich so hoch schätzt, ist nichts anderes als das Resultat berufsmäßiger Handwerkelei und macht jedes so entstandene Werk unkünstlerisch und ordinär. Wenn ich mich um Vervollkommnung bemühe, dann nur um der Freude willen, meine Sache wahrer und klüger zu machen. Und glauben Sie mir, es kommt immer einmal die Stunde, wo man sich durchsetzt, und man hat glühendere, weit überzeugtere Bewunderer als jene, die sich allein vom blinden Augenschein blenden lassen.»
«Ich habe ein paar Fortschritte gemacht. Warum so spät und so mühevoll? Sollte die Kunst in der Tat ein Priestertum sein, das reine Seelen verlangt, die ihm völlig angehören?»
«Ich muß Ihnen dazu mitteilen, daß, da die vielfältigen Studien, denen ich mich gewidmet habe, für mich nur negative Ergebnisse erbrachten, und auch aus übergroßer Furcht vor nur allzu gerechtfertigten Kritiken, das ich beschlossen hatte, ganz im stillen zu arbeiten, bis zu dem Tag, an dem ich mich endlich fähig fühlte, das Ergebnis meiner Versuche theoretisch zu verteidigen.»
«Beim Maler gibt es zwei Dinge: das Auge und das Gehirn. Beide müssen sich gegenseitig unterstützen. Man muss an ihrer wechselseitigen Entwicklung arbeiten: am Auge mittels des optischen Studiums der Natur, am Gehirn mittels der logischen Entwicklung und Ordnung der künstlerischen Erlebnisse; sie schafft die Ausdrucksmittel»
«Die Natur ist immer dieselbe, aber von ihrer sichtbaren Erscheinung bleibt nichts bestehen. Unsere Kunst muss ihr das Erhabene der Dauer geben, mit den Elementen und der Erscheinung all ihrer Veränderungen. Die Kunst muss ihr in unserer Vorstellung Ewigkeit verleihen.»
«Der Künstler ist nur ein Aufnahmeorgan, ein Registrierapparat für Sinnesempfindungen, aber, weiß Gott, ein guter, empfindlicher, komplizierter, besonders im Vergleich zu den anderen Menschen. Aber wenn er dazwischenkommt, wenn er es wagt, der Erbärmliche, sich willentlich einzumischen in den Übersetzungsvorgang, dann bringt er nur seine Bedeutungslosigkeit hinein, das Werk wird minderwertig.»
«Wenn ich nur meiner Erregung folge, schleudere ich dein Auge quer hin. Wenn ich um deinen Blick das ganze, unendliche Netz der kleinen blauen und braunen Flecke webe, die dort sind, die sich miteinander verbinden, dann werde ich dich auf meinem Bilde blicken machen, wie du blickst.»
«David hat die Malerei getötet.»
Quellenangabe:Peter Dittmar:Künstler beschimpfen Künstler,erschienen im Reclam Verlag,2008
«Er dachte daran, was man von dem Maler sagen würde, aber nicht, was man von Marat denken sollte. Schlechter Maler.»
Quellenangabe:Peter Dittmar:Künstler beschimpfen Künstler,erschienen im Reclam Verlag,2008
«Die Malerei war verloren, als sie artig sein wollte, als sie glatt wurde, mit David. Den finde ich am schlimmsten. Er ist vielleicht der letzte, der sein Handwerk verstanden hat, aber großer Gott, was hat er daraus gemacht? Die Hosenknöpfe in seiner "Übergabe der Adler" ... Dieser schmutzuge Jokobiner, dieser dreckige Klassiker.»
Quellenangabe:Peter Dittmar:Künstler beschimpfen Künstler,erschienen im Reclam Verlag,2008
«The paradox in the evolution of French painting from Courbet to Cézanne is how it was brought to the verge of abstraction in and by its very effort to transcribe visual appearance with ever greater fidelity.»
Quellenangabe:"On the Role of Nature in Modernist Painting" (1949), p. 171
«Ingres ist ein schändlicher Klassiker, ja überhaupt alle jene, die die Natur verleugnen oder sie mit vorgefassten Meinungen kopieren und dabei in Nachahmung der Griechen oder Römer nach Stil streben.»
Quellenangabe:Peter Dittmar:Künstler beschimpfen Künstler,erschienen im Reclam Verlag,2008
«Sehen Sie diese "Quelle" an. Das ist rein, das ist zart, das ist lieblich, aber das ist platonisch. Das ist ein Bilderbogen, das hat keinen Luftraum. Diesen Pappfelsen fehlt die Beziehung steinerner Feuchtigkeit zu der Marmorkälte dieses Fleisches, das feucht erscheinen müßte. Wo ist da die gegenseitige Durchdringung? Und weil sie die Quelle vorstellen soll, müßte sie aus dem Wasser, aus den Felsen, aus den Blättern hervorgehen: aber sie ist von außen darangeklebt.»
